Sonnenbrillen mit Stil und Schutz - jetzt urlaub machen

Sonnenbrillen mit Stil und Schutz

Sonnenbrillen mit Stil und Schutz

Sonnenbrillen und deren Zweck

Als Sonnenbrillen bezeichnet man Schutzbrillen, die verhindern, dass unangenehm intensives Sonnenlicht, beziehungsweise energiereiches sichtbares Licht die Augen schädigt. Sie können zusätzlich auch als Sehhilfe dienen, wenn die Brille mit farbigen, polarisierten oder dunklen Linsen versehen ist. So können auch Menschen mit Sehstärke eine Sonnenbrille zum Sehen oder Lesen verwenden. Darüber hinaus besteht auch die Option eine normale Brille mit, im Sonnenlicht selbst verdunkelnden Gläsern, also eine Sonnenbrille bei Bedarf, zu benutzen. Sonnenbrillen mit Stil und Schutz für die Augen sind heutzutage vielfältig und beliebt wie nie zuvor. Im Anschluss erfahren Sie wie und mit welchen Mittel es dazu kommen konnte.

Eine gute Sonnenbrille kann ein Lebensgefühl wiederspiegeln.

Eine gute Sonnenbrille kann ein Lebensgefühl wiederspiegeln.

Geschichte der Sonnenbrille

Vorläufer bei den Inuit, den alten Römern und Chinesen

Bereits in prähistorischer Zeit trugen Teile der Inuit abgeflachte, schützende „Gläser“ mit schmalen Sehschlitzen, aus Walross-Elfenbein. Im Gegensatz zu heutigen Sonnenbrillen, wirkten diese Inuit-Schneebrillen nicht durch die Verringerung der Intensität der Sonneneinstrahlung. Viel mehr reflektierten diese Hilfsmittel einen Großteil der schädlichen Sonnenstrahlen und wirkten somit durch die Verringerung der Sonneneinstrahlung.

Auch soll schon der römische Kaiser Nero gerne Gladiatorenkämpfe durch Smaragde beobachtet haben. Diese dürften jedoch eher wie Spiegel gewirkt zu haben, indem sie das einfallende Licht teilweise umlenkten, anstatt die Lichtintensität zu verringern.

Schon im China des 12. Jahrhunderts verwendete man Sonnenbrillen aus flachen Rauchquarzglasscheiben. Diese boten zwar noch keine Sehkraftkorrektur, schützten die Augen aber vor unangenehmer Blendung durch Sonnenstrahlen. Historische Dokumente belegen die Verwendung solcher Kristall-Sonnenbrillen durch Richter an alten chinesischen Gerichten. Sie dienten dazu die Gesichtsausdrücke der Richter während Zeugenbefragungen, zu verbergen.

Schritte zur heutigen Sonnenbrille

Um 1752 begann schließlich James Ayscough mit getönten Brillengläsern zu experimentieren. Er glaubte, dass blau oder grün getöntes Glas bestimmte Sehstörungen korrigieren könnte. Der Schutz vor den Sonnenstrahlen war ihm dabei kein Anliegen. Der Wissenschaftler Antoine Lavoisier nutzte 1772 als einer der ersten Menschen eine Sonnenbrille für ein Experiment, bei dem Verbrennung durch künstlich verstärktes Sonnenlicht erzeugt wurde.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert profitierten Patienten mit Syphilis von der Verschreibung bernsteinfarbener oder bräunlich getönter Brillen. Eines der Symptome dieser Erkrankung war eine übermäßige Lichtempfindlichkeit der Patienten. Zumindest diese äußerst unangenehme Lichtsensibilität konnte man mit Hilfe der getönten Brillen deutlich vermindern.  

Moderne Entwicklungen bei Sonnenbrillen

1913 erfolgte die Einführung der sogenannten Crookes-Linsen, die aus Cer haltigem Glas bestanden. Sie sollten ultraviolettes Licht abweisen und stellten einen wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung von späteren UV-Filtern dar.

In den 1920er Jahren gewannen Sonnenbrillen immer mehr an Beliebtheit und wurden insbesondere nach dem Vorbild der großen Filmstars, gerne getragen. Ab 1929 stellte Sam Foster schließlich Sonnenbrillen aus Zelluloid als preiswerte Massenware her, die reißenden Absatz fand. Unter anderem die Strandpromenaden von Atlantic City und New Jersey eröffneten ihm dabei einen innovativen Markt auf dem sich seine Sonnenbrillen ausgesprochen gut an eine impulsive Laufkundschaft verkaufen ließen.

Sonnenbrille als Modeartikel

Im Jahr 1938 erschien ein Artikel des Life-Magazins, der thematisierte, dass von den 20 Millionen Sonnenbrillen, die im Vorjahr in den USA verkauft wurden, nur etwa geschätzte 25% tatsächlich zum Schutz der Augen benötigt wurden. Sonnenbrillen hatten inzwischen viel mehr einen Stellenwert als Modeartikel erlangt.

Den wegweisenden Experimenten von Edwin H. Land mit patentierten Polaroidfiltern, folgte 1936 schließlich die Markteinführung von polarisierten Sonnenbrillen. 1947 begann die Armorlite Company mit der Herstellung von Linsen aus CR-39-Harz. Gegenwärtig ist Xiamen, China, der weltweit größte Hersteller von Sonnenbrillen. Jährlich werden rund 120 Millionen Exemplare von dort aus in alle Welt exportiert.

Eine perfekte Sonnenbrille verbindet Schutz mit Tragekomfort und Stil.

Eine perfekte Sonnenbrille verbindet Schutz mit Tragekomfort und Stil.

Funktionen

Klare Sicht und Komfort

Sonnenbrillen können den Sehkomfort sowie die Sicht der Benutzer verbessern, indem sie das Auge vor Blendung schützen. Insbesondere nach Augenuntersuchungen und -behandlungen mit mydriatischen Augentropfen, die eine Pupillenerweiterung bewirken, gibt man Einweg-Sonnenbrillen aber auch ganz gezielt an Patienten aus. Diese sollen die nun besonders empfindlichen Augen aktiv schützen. Die Gläser polarisierter Sonnenbrillen reduzieren Blendeffekte, die ansonsten in bestimmten Winkeln von glänzenden, nichtmetallischen Oberflächen wie Wasser durch Reflektion entstehen können. Sie ermöglichen dem Träger die Beobachtung einer Wasseroberfläche ohne Irritationen.

Schutzfunktion von Sonnenbrillen

Sonnenbrillen bieten Schutz vor übermäßiger Lichteinwirkung, einschließlich sichtbarer und unsichtbarer Komponenten. Besonders verbreitet ist der Schutz einer Sonnenbrille gegen ultraviolette Strahlung. Medizinische Experten raten zum Schutz der Augen vor UV-Strahlen um kurz- und langfristige Augenprobleme so gut wie möglich zu vermeiden. Beeinträchtigungen durch Photokeratitis, Schneeblindheit, Katarakte, Pterygium und verschiedene Formen von Augenkrebs lassen sich so reduzieren.

Für einen ausreichenden Schutz empfehlen Experten Sonnenbrillen, die 99% oder mehr UVA- und UVB-Licht mit Wellenlängen von bis zu 400 nm reflektieren oder herausfiltern. Sonnenbrillen, die diese Anforderung erfüllen, werden häufig als „UV400“ bezeichnet. Diese Anforderung übertrifft sogar den strengen Standard der Europäischen Union, der vorschreibt, dass 95% der Strahlung bis zu 380 nm reflektiert oder herausgefiltert werden müssen. Mit gewöhnlichen Sonnenbrillen sollte man trotzdem nie dierkt in die Sonne schauen, um dauerhafte Schäden zu vermeiden. Für diesen Zweck ist eine spezielle Sonnenbrille erforderlich, die die UV-Strahlung herausfiltern kann.

Wovor uns Sonnnenbrillen in Zukunft noch schützen sollen

Als Ursache altersbedingter Makuladegeneration hat man inzwischen hochenergetisches sichtbares Licht (HEV) im Verdacht. Zuvor diskutierte man darüber, ob Sonnenbrillen mit „Blau-Blockern“ oder bernsteinfarbenen Gläser einen zusätzlichen schützenden Effekt haben können. Einige Hersteller entwerfen deshalb bereits spezielle Sonnenbrillen, um blaues Licht zu blockieren. Hierfür versucht man gemeinsam mit Augen- und Lichtexperten einheitliche Standards und Normen zu entwickeln. Diese sollen der Orientierung von Herstellern und Kunden dienen. Sonnenbrillen sind besonders wichtig für Kinder, da man davon ausgeht, dass ihre Okularlinsen weit mehr HEV-Licht durchlassen als die von Erwachsenen.

Die passende Sonnenbrille schützt vor allem auch Kinder.

Die passende Sonnenbrille schützt vor allem auch Kinder.

Andererseits hinterfragt man mittlerweile auch ob Sonnenbrillen Hautkrebs fördern können. Dies wird spekuliert, weil Sonnenbrillen möglicherweise die Augen dazu verleiten im Körper weniger Melanozyten-stimulierendes Hormon zu produzieren, was Hautkrebs befördern kann. Forschungen zu dieser Fragestellung stecken jedoch noch in den Kinderschuhen und sind deshalb keinesfalls aussagekräftig. Alle diese Zusammenhänge bedürfen also noch weiterer Beobachtung und engagierter Forschungsarbeit um eine realistische Bewertung zu ermöglichen. Man darf gespannt sein, welche Erkenntnisse diesbezüglich noch gewonnen werden können.

Bewertung des Schutzes von Sonnenbrillen

Um den Schutz von Sonnenbrillen beurteilen zu können, kann man die Linsen zum Beispiel von einem entsprechend ausgestatteten Optiker vermessen zu lassen. Mehrere Normen für Sonnenbrillen ermöglichen eine allgemeine Klassifizierung des UV-Schutzes. Hersteller geben oft an, dass ihre Sonnenbrille die Anforderungen einer bestimmten Norm erfüllt, anstatt die genauen Zahlen zu veröffentlichen.

Der einzige unmittelbare Qualitätstest für Sonnenbrillen ist ihre Passform, die für jeden Endkunden individuell unterschiedlich ausfällt. Die Brillengläser sollten dabei den idealen Abstand zum Gesicht des Trägers haben. Die Linsen sollten zum einen nahe genug am Gesicht anliegen, damit nur wenig „Streulicht“ die Augen erreichen kann. Andererseits sollte dieser Abstand aber zumindest so groß sein, dass die Wimpern nicht die Linsen berühren. Um mögliches Streulicht von den Seiten zu reduzieren, können die Gläser deutlich Richtung Schläfen gekrümmt auslaufen. Auch helfen breite Brillenbügel sowie zusätzlich abschirmende Elemente aus Leder, Kunststoff oder Metall am Brillengestell, dabei die Augen zu schützen.

Man sieht Sonnenbrillen ihren Schutzfaktor nicht an

Es ist leider unmöglich, einer Sonnenbrille ihren Schutzfaktor anzusehen. Dunkle Linsen filtern nicht zwangläufig mehr schädliche UV-Strahlung und blaues Licht heraus, als es hellere Linsen können. Unzureichend schützende dunkle Linsen können sogar schädlicher sein, als unzureichend schützende helle Linsen, weil sie die Pupille verstärkt veranlassen, sich weiter zu öffnen. Dadurch gelangt mehr ungefilterte Strahlung ins Auge. Je nach Fertigungstechnologie können sowohl ausreichend schützende helle als auch dunkle Linsen entstehen, die dann genug Licht vom Auge fern halten.

Die Linsenfarbe ist ebenfalls keine Garantie. Linsen verschiedener Farben können einen ausreichenden UV-Schutz bieten. In Bezug auf blaues Licht gibt die Farbe der Linsen aber zumindest einen ersten Hinweis. Linsen die blaues Licht blockieren sind normalerweise gelb oder braun. Blaue oder graue Linsen können jedoch keinen erforderlichen Schutz vor blauem Licht bieten. Allerdings blockiert nicht jede gelbe oder braune Linse ausreichend blaues Licht. In seltenen Fällen können Linsen sogar zu viel (100%) blaues Licht herausfiltern. Wenn dadurch die Farbsicht beeinträchtigt ist, kann es bei der Erkennung von Farbsignalen im Straßenverkehr sogar gefährlich werden.

Auch hohe Preise können keinen ausreichenden UV-Schutz bei Sonnenbrillen garantieren. Da die Kosten einer Sonnenbrille laut mehreren Studien, in keinem signifikanten Zusammenhang mit ihrer individuellen Schutzfunktion oder Qualität stehen, muss man auch andere Faktoren beim Kauf berücksichtigen. Günstige Massenware kann bei Sonnenbrillen unter Umständen mehr Schutz bieten als ein wesentlich teureres Modell eines angesagten Designers. Auch der umgekehrte Fall ist denkbar. Deshalb gilt für alle Modelle das gleiche Prinzip: Augen auf beim Sonnenbrillenkauf!

Weitere Funktionen von Sonnenbrillen

Während man nicht getönte Brillen meist zur Korrektur des Sehvermögens oder zum Schutz der Augen trägt, nutzt man Sonnenbrillen aber auch durchaus aus weniger zweckmäßigen Gründen, manchmal sogar in Innenräumen oder nachts.

Augenkontakt vermeiden und Emotionen verbergen

Sonnenbrillen können getragen werden, um die Augen zu verbergen. Sie verhindern den direkten Augenkontakt mit einem Gegenüber, was einschüchternd wirken kann. Der vermiedene Blickkontakt kann auch die scheinbar unbeeindruckte Distanz des Trägers demonstrieren. Das wirkt erstrebenswert gelassen oder „cool“ auf den Betrachter des Sonnenbrillenträges. Durch die Verwendung einer verspiegelten Sonnenbrille lässt sich der Augenkontakt noch besser vermeiden.

Sonnenbrillen können auch verwendet werden, um Emotionen zu verbergen. Dies kann vom Verstecken eines Blinzelns bis zum Weinen und den daraus resultierenden roten Augen reichen. In allen Fällen hat das Verstecken der Augen Auswirkungen auf die nonverbale Kommunikation. Dies ist zum Beispiel beim Poker von Vorteil. Viele professionelle Pokerspieler tragen während des Spiels drinnen eine stark getönte Brille. So bleiben den Gegnern sogenannte Mikro-Emotionen verborgen, die sich absolut unwillkürlich im Umfeld der Augen abzeichnen. Bei der Einschätzung der Spielsituation, schützen sich Pokerspieler so vor der Beurteilung durch ihre Mitspieler. Ohne die Interpretation der Augenbewegungen eines Gegners ist es deutlich schwieriger ihn oder sie „zu lesen“, also richtig einschätzen zu können. Sonnenbrillen können also einen entscheidenen Vorteil beim Poker ermöglichen.

Designer-Sonnenbrillen sollen einen Lebensstil vermitteln

Modetrends können ein weiterer Grund für das Tragen von Sonnenbrillen sein, insbesondere bei Designer-Sonnenbrillen von High-End-Modemarken. Sonnenbrillen bestimmter Formen können als modisches Accessoire besonders angesagt sein. Die Relevanz von Sonnenbrillen in der Modebranche ist enorm. Prominente Redakteure der Modebranche berichten über jährliche Trends bei Sonnenbrillen. Bei vielen Modenschauen werden Sonnenbrillen als wichtiger Bestandteil eines Looks auf dem Laufsteg berücksichtigt. Modetrends können sich auch auf das „coole Image“ von Sonnenbrillen oder auf einen bestimmten Lebensstil beziehen. Insbesondere die enge Verbindung zwischen Sonnenbrille und Strandleben ist hierfür ein gutes Beispiel. In manchen Fällen kann hieraus sogar das Kernkonzept einer ganzen Marke entstehen.

Eine Designer-Sonnenbrille macht manchmal Leute.

Eine Designer-Sonnenbrille macht manchmal Leute.

Ablenkung und Anonymisierung

Menschen können auch eine Sonnenbrille tragen, um ein ungewöhnliches Aussehen ihrer Augen zu verbergen. Dies gilt oft für Menschen mit schweren Sehstörungen, wie zum Beispiel Blinden. Sie tragen meist eine Sonnenbrille um zu vermeiden, dass sich andere, bei der Betrachtung ihrer Augen, unwohl fühlen. Vorausgesetzt ist die Annahme, dass es für eine andere Person angenehmer sei, die verborgenen Augen nicht zu sehen, als mit anormalen gestellten oder bewegten Augen konfrontiert zu sein.

Eine Sonnenbrille nutzt man auch, um erweiterte sowie verkleinerte Pupillen beziehungsweise blutunterlaufene Augen aufgrund von Drogenkonsum zu verbergen. Auch chronische Augenringe oder Krähenfüße sowie kürzlich erfolgte körperliche Misshandlungen, Exophthalmus (gewölbte Augen), Katarakte oder unkontrolliertes Augenzucken (Nystagmus), kann man mit dem Tragen von Sonnenbrillen zum Teil effektiv kaschieren. Abgesehen von dem Versuch der Verschleierung solcher, meist als schwerwiegend empfundener, Defizite dienen Sonnenbrillen aber auch der bewussten Anonymisierung von Individuen.

Angefangen bei Prominenten die an öffentlichen Orten mit einer Sonnenbrille „getarnt“ sind, um nicht direkt erkannt und belagert zu werden. Aber auch Gesetzesbrecher die im Zusammenhang mit einem Verbrechen oft versuchen ihre Identität mit Hilfe von dunklen Brillengläsern zu verbergen, nutzen oft Sonnenbrillen für diesen Zweck. Außerdem ziehen viele weitere Menschen es aus den unterschiedlichsten Gründen vor mit Hilfe einer Sonnenbrille unerkannt und anonym bleiben zu können.

Standards für Sonnenbrillen

Standortabhängige Standards von Sonnenbrillen

Der 2013 veröffentlichte, internationale Standard für Sonnenbrillen ist die sogenannte ISO 12312. Dieser Standard legt die physikalischen und optischen Eigenschaften von Brillen, inklusive verschiedener UV-Schutzstufen fest. Zusätzlich umfasst dieser Standard Testmethoden die genau diese Eigenschaften kritisch überprüfen, beziehungsweise objektiv bestätigen sollen. Hier werden also sowohl Sicherheits- als auch Leistungsanforderungen für Sonnenbrillen definiert und hinterfragt.

Diese Klassifizierung von Schutzfaktoren bei Sonnenbrillen kann Kunden auch helfen das optimale Exemplar für den nächsten Urlaubsort auszuwählen. Hier kann man bei der Auswahl einer Sonnenbrille viel richtig aber fast noch mehr falsch machen. Für die richtige Auswahl einer Sonnenbrille im Urlaub sind die Umwelteinflüsse des jeweiligen Reiseziels zu berücksichtigen. Es macht einen riesigen Unterschied, ob man an einer Fotosafarie in Zentralafrika oder an einer Bergbesteigung des Kilimandscharos  teilnimmt. Jeder Urlaubsort hat spezifische Umweltfaktoren und Lichteinflüsse, die man bei der Auswahl einer gut geeigneten Sonnenbrille berücksichtigen sollte, um die eigenen Augen effektiv zu schützen. Die Investition in eine für den jeweiligen Anlass und Ort geeignete Sonnenbrille ist also durchaus sehr empfehlenswert.

Erste Standards in Australien

1971 führte Australien die weltweit ersten nationalen Normen für Sonnenbrillen ein, die man schließlich 1990 aktualisierte. Seit 2003 gelten diese Normen sowohl für Sonnenbrillen als auch für Modebrillen. Seit der Anpassung der australischen Standards an den europäischen Standard erfolgte eine zunehmende Öffnung des europäischen Marktes für australische Sonnenbrillen. Der australische Standard AS-NZS 1067 definiert Kriterien für Sonnenbrillen in Bezug auf UVA- (Wellenlängen zwischen 315 nm und 400 nm) und UVB-Durchlässigkeit. Die fünf Bewertungsstufen für die Lichtdurchlässigkeit von Sonnenbrillen, gemäß dieser Norm, basieren auf der Menge an absorbiertem Licht (0 bis 4). Stufe „0“ bietet dabei einen gewissen Schutz vor UV-Strahlung, während Stufe „4“ einen hohen Schutzgrad angibt. Bei einem derart hohen Absorbtionsgrad einer Sonnenbrille sollte man allerdings mit dieser Brille aus Sicherheitsgründen kein Fahrzeug mehr steueren.

Europäische Normen und Standards

Seit 2005 definiert die europäische Norm EN 1836 insgesamt vier Lichtdurchlässigkeitsgrade für Sonnenbrillen. Dei Bezeichnung „0“ steht für unzureichenden UV-Schutz, „2“ für ausreichenden UHV-Schutz. Mit „6“ beschreibt man einen guten UHV-Schutz und mit „7“ sogar einen „vollen“ UHVV-Schutz bei Sonnenbrillen. Produkte, die diese Norm erfüllen, erhalten ein CE-Zeichen.

Im Gegensatz zu anderen Ländern verfügt die EU allerdings über keine eigenen Kriterien zur Bewertung der Lichtdurchlässigkeit von Strahlung von bis zu 400 nm („UV400“). Der aktuellen europäischen Norm EN 1836, gingen zuvor einige ältere Normen voraus, die sich auf verschiedenen Ebenen mit dem persönlichen Augenschutz beschäftigten. Diese wurden seit dem mehrfach überarbeitet und neu veröffentlicht, bevor sie schließlich in der europäischen Norm EN 1836 mündeten.

Neben der Filterung enthält diese Norm auch Anforderungen, die die Mindestfestigkeit und Kennzeichnung von Sonnenbrillen betreffen. Außerdem definiert diese Norm auch die Eigenschaften von Sonnenbrillen-Materialien, die beim Hautkontakt weder giftig, noch brennbar sein dürfen. Zusätzlich gilt es zu beachten, dass Sonnenbrillen keine spitzen Vorsprünge oder Kanten haben dürfen, um Verletzungen beim Tragen der Brille zu vermeiden.

Einsatz von Sonnenbrillen mit verschieden Lichtdurchlässigkeitsgraden

Folgende Kategorien für die europäische Norm, müssen Hersteller sogar auf dem Rahmen des Brillengestells ausweisen und kennzeichen. Kategorie 0 umfasst Sonnenbrillen mit einer Lichtdurchlässigkeit von 80%-100%, die besonders geeignet sind für die Präsentation von Mode sowie für die Verwendung in Innenräumen beziehungsweise an bewölkten Tagen. Kategorie 1 umfasst Sonnenbrillen mit einer Lichtdurchlässigkeit von 43%-80%, die besonders geeignet bei geringer Sonneneinstrahlung ist. Für eine mittlere Sonneneinstrahlung sind Sonnenbrillen der Kategorie 2 mit einer Lichtdurchlässigkeit von 18%-43% ideal geeignet. Wer mit starker Helligkeit, etwa mit Licht das von Wasser oder Schnee reflektiert wird, konfrontiert ist, benötigt eine Sonnenbrille der Kategorie 3 mit einer Lichtdurchlässigkeit von 8%-18%. Kategorie 4 umfasst Sonnenbrillen mit einer Lichtdurchlässigkeit von 3%-8%, die besonders geeignet sind um intensiven Sonnenschein in Hochgebirgen und auf Gletschern stand zu halten. Diese Brillen eignen sich allerdings nicht für den Gebrauch beim Fahren auf der Straße.

US-Standards für Sonnenbrillen

Sonnenbrillen, die in den USA verkauft werden, müssen deren Sicherheitsstandards der Food and Drug Administration antsprechen. Der US-Standard wird ANSI Z80.3-2001 genannt. Dieser Stardard beschriebt drei Lichtdurchlässigkeitskategorien. Gemäß diesem Standard sollte die Linse eine UVB-Durchlässigkeit (280 bis 315 nm) von unter einem Prozent, beziehungsweise eine UVA-Durchlässigkeit (315 bis 380 nm) von nicht mehr als der 0,3-fachen Durchlässigkeit für sichtbares Licht aufweisen.

Der ANSI-Standard Z87.1-2003 enthält Anforderungen an die Robustheit und Stoßfestigkeit der Sonnenbrille, die auch mal einen Sturz überstehen können soll. Beim einem dafür ausgelegten Test lässt man eine 2,54 cm (1 Zoll) große Stahlkugel aus einer Höhe von 127 cm (150 Zoll) auf die Linse fallen um diesen Sturz zu simulieren. Beim sogenannten Hochgeschwindigkeitstest wird eine 1/4 Zoll (6,35 mm) große Stahlkugel mit 150 ft / s (45,72 m / s) auf die Linse geschossen. Um beide Tests zu bestehen, darf die so getestete Linse weder zu Bruch gehen, noch das hypothetisch dahinter befindliche Auge jemals berühren.

 

Anwendungsbereiche von Sonnenbrillen

Landfahrzeug führen mit Sonnenbrille

Beim Führen eines Fahrzeugs, insbesondere bei hoher Geschwindigkeit, kann eine Blendung des Fahrers durch verschiedene Licht- oder Reflektionsquellen gefährlich oder sogar tödlich sein. Lichtquellen wie die tiefstehende Sonne oder die Scheinwerfer entgegenkommmender Fahrzeuge, sowie die Reflektion des Lichtes von Schnee, Pfützen und anderen potenziell blendenden Gegenständen können beim Autofahren zu erheblichen Risiken beitragen. Die Auswahl einer geeigneten Sonnenbrille kann hier Abhilfe schaffen und merklich zur Sicherheit beitragen. Allerdings können Allzweck-Sonnenbrillen fürs Autofahren möglicherweise zu dunkel oder auf andere Weise ungeeignet sein. Bei der Auswahl der Sonnenbrille für diesen Zweck sind deshalb insbesondere zwei Kriterien relevant. Eine klare und möglichst blendungsarme Sicht einerseits sowie der Zugang von ausreichend Licht zu den Augen für die gegebenen Fahrbedingungen andererseits.

Anpassungsfähige Sonnenbrillen fürs Fahren

Zur besseren Orientierung in dieser Frage kann man die Anleitung zur Auswahl von Sonnenbrillen für das Fahren nutzen, die der Automobilverband und der Verband der Fertigungsoptiker herausgegeben haben. Variable Tönungen oder photochrome Linsen erhöhen ihre optische Dichte, wenn sie UV-Licht ausgesetzt werden, und kehren in ihren ursprünglichen, unverdunkelten Zustand zurück, wenn die UV-Helligkeit abnimmt. Windschutzscheiben von Autos filtern UV-Licht heraus, was zur Verlangsamung oder Beschränkung der Linsenreaktion führen kann. Das kann beim Fahren von Nachteil sein, da eine verfälschte Helligkeitswahrnehmung zur fatalen Fehlinterpretation der gegebenen Bedingungen führen kann. Einige Brillenproduzenten stellen deshalb spezielle photochrome Objektive her, die sich den unterschiedlichen Lichtverhältnissen während der Fahrt anpassen können.

Katagorien für optische Dichte von Objektiven bei Sonnenbrillen

Linsen mit konstant gleichbleidener Tönung werden nach der optischen Dichte der Tönung abgestuft. In Großbritannien müssen Sonnenbrillen mit der Nummer der Filterkategorie beschriftet sein. Bei der Auswahl einer Sonnenbrille zum Fahren sollte man die Eigenschaften dieser Kategorien beachten. Objektive mit einer geringeren Lichtdurchlässigkeit als 75% oder gelb getönte Gläser sind für nicht für Nachtfahrten zu empfehlen. Während Brillen mit einer Lichtdurchlässigkeit von weniger als 8% (Kategorie 4) sogar vollkomen ungeeignet fürs fahren sind. Aufgrund der bei Autofahren typischen Lichtintensität im Fahrzeug werden Filterlinsen der Kategorie 2 empfohlen, die zwischen 18% und 43% des Lichts durchlassen. Polarisierte Gläser haben normalerweise einen konstanten Farbton und können, insbesondere bei nasser Fahrbahn, reflektierte Blendung stärker reduzieren als nicht polarisierte Linsen gleicher Dichte.

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Besonderheiten bei Sonnenbrillen die zum Fahren geeignet sind

Grundsätzlich sollten alle Sonnenbrillen eindeutig gekennzeichnet sein und darüber hinaus dem Standard der Region entsprechen, in der sie verkauft werden. Mit unterteilten Gläsern, sind die Bedienelemente für den Fahrer unter Umständen besser erkennbar. Empfehlenswert ist eine Antireflexbeschichtung sowie eine robuste Beschichtung, um die Linsen vor Kratzern zu schützen. Sonnenbrillen mit tiefen Seitenarmen können die Sicht zur Seite reduzieren und werden deshalb nicht zum Fahren empfohlen. Bei Fahrzeugen ohne geschlossenen Fahrgastraum können Sonnenbrillen zusätzlich auch die Augen des Trägers vor Staub und Smogpartikeln zu schützen. Dies kann unter anderem Fahrern von Motorrädern, Quads, oder einigen landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen sehr helfen.

Flugzeugsteuerung mit Sonnenbrille

Auch beim Steuern eines Flugzeugs, nutzt man Sonnenbrillenbrillen, die ähnliche Kriterien aufweisen, wie die Brillen die man beim Autofahren verwendet. Beim Fliegen ist allerdings der Schutz vor UV-Strahlung ist wichtiger, da deren Intensität mit der Flughöhe zunimmt. Polarisierte Brillen sind beim Fliegen unerwünscht, da Flugzeugwindschutzscheiben unter Umständen bereits polarisiert sind und dadurch sogenannte störende Moiré-Muster erzeugen. Auch einige LCDs an den Instrumenten, strahlen polarisiertes Licht aus. Die Anzeigen dieser wichtigen Instrumente können für den Piloten mit einer polarisierten Sonnenbrille ungünstig gedimmt werden oder gar von ihm übersehen werden. Beide Effekte gilt es aus Sicherheitsgründen unbedingt durch die Verwendung einer geeigneteren Sonnenbrille zu vermeiden.

Sport mit Sonnenbrille

Sowohl Brillen zur Korrektur der Sehstärke, als auch Sonnenbrillen die beim Sport getragen werden, müssen ganz besondere Anforderungen erfüllen. Beide benötigen bruchsichere und stoßfeste Linsen. Außerdem hält eine weitere Befestigung die Brille während sportlicher Aktivitäten in Position.

Eine Sonnenbrille für Wassersportarten erfüllt gleich mehrere Funktionen.

Eine Sonnenbrille für Wassersportarten erfüllt gleich mehrere Funktionen.

Sonnenbrillen beim Wassersport

Beim Wassersport nutzt man Wassersonnenbrillen, Surfbrillen oder Wasserbrillen für den Einsatz in turbulentem Wasser wie Surf- oder Wildwasser. Neben den Funktionen anderer Sportbrillen haben Wassersonnenbrillen meist auch verbesserte Auftriebseigenschaften um zu verhindern, dass sie versinken, wenn sie sich lösen. Zusätzlich können sie zum Beispiel eine Belüftungsöffnung haben, um unerwünschtes Beschlagen zu verhindern. Diese Sonnenbrillen werden in Wassersportarten wie Surfen, Windsurfen, Kiteboarding, Wakeboarding, Kajakfahren, Jetski, Bodyboarding und Wasserski verwendet.

Gebirgetaugliche Sonnenbrillen

Besondere sportliche Aktivitäten in außergewöhnlichen Regionen erfordern auch den Einsatz besonderer Sonnenbrillen. Das gilt insbesondere auch beim Bergsteigen, Gletscherklettern sowie bei Wanderungen über Schneefelder. Da das Sonnenlicht in diesen Höhenlagen besonders intensiv ist und einen überdurchschnittlich hohen UV-Anteil hat ist hierfür ein besonders guter Augenschutz erforderlich. Weil in Bergregionen auch Schnee und Eis zusätzliches Lichtes reflektieren bedarf es der Auswahl einer speziell für diese Bedingungen geeigneten Sonnenbrille. Sogenannte Gletscherbrillen haben in der Regel sehr dunkle runde Linsen und zusätzlichen Blendschutz an den Seiten, um die Augen auch vor Sonnenstrahlen an den Linsenrändern zu schützen.

Die perfekte Sonnenbrille für Schneebedeckte Bergregionen ist ernorm wichtig für den Schutz von Sportlern und Abenteurern aller Art.

Die perfekte Sonnenbrille für Schneebedeckte Bergregionen ist wichtig für den Schutz von Sportlern und Abenteurern aller Art.

Raumfahrt mit Sonnenbrille

Für die Weltraumfahrt ist besonderer Schutz durch Sonnenbrillen erforderlich. Hier, außerhalb der schützend, filternden Erdatmosphäre, ist das Sonnenlicht viel intensiver und schädlicher als auf der Erde. Sonnenschutz vor viel höherer UV-Strahlung und sowie vor schädlicher Infrarotstrahlung wird sowohl innerhalb als auch außerhalb des Raumfahrzeugs benötigt. Innerhalb des Weltraumfahrzeug tragen Astronauten deshalb Sonnenbrillen mit dunkleren Gläsern und einer dünnen Goldschutzschicht. Bei Weltraumspaziergängen fungiert das Visier der Helme der Astronauten, das zum Schutz zusätzlich mit einer dünnen Goldbeschichtung versehen ist, als starke Sonnenbrille.

Nirgendwo sonst sind geeignete Sonnenbrillen so wichtig wie im Weltall.

Nirgendwo sonst sind geeignete Sonnenbrillen so wichtig wie im Weltall.

Besondere Anforderungen von Sonnenbrillen im Weltall

Sonnenbrillen und Korrekturbrillen im Weltraum müssen Gestelle haben, die sowohl flexibel als auch langlebig sind. Gerade die vorherrschende Schwerelosigkeit erfordert einen sicheren Sitz der Brillen. Insbesondere Korrekturbrillen die die Raumfahrer innerhalb von Helmen und Raumanzügen tragen, kann man während Einsätzen manchmal stundenlang nicht mehr berühren und dürfen deshalb nicht verrutschen. Alle Bestandteile der Brillen von Raumfahrern müssen so gestaltet sein, dass kleine Brillenteile wie Schrauben und Glaspartikel sich nicht lösen können. Im Ernstfall könnte man diese Teile schwebend inhalieren, was ein unkalkulierbares gesundheitlichen Risiko zur Folge hätte. Rund 90% der Astronauten tragen eine Brille im Weltraum, selbst wenn sie auf der Erde keine benötigen, da Änderungen der Schwerelosigkeit und des Drucks ihre Sicht vorübergehend beeinflussen.

Entwicklungen von Sonnenbrillen für Weltraumfahrer

Die ersten Sonnenbrillen, die bei einer bemannten Mission mit Mondlandung zum Einsatz kamen nutzte man 1969 an Bord der Eagle, dem Mondlandemodul von Apollo 11. Die NASA-Forschung, brachte spezielle Linsen hervor, die ihre Träger vor dem Licht im Weltraum sowie bei Laser- und Schweißarbeiten schützten. Diese Linsen enthielten Farbstoffe und kleine Zinkoxidpartikel, die ultraviolettes Licht absorbieren. Aus dieser Forschungsarbeit resultierten später auch zahlreiche terrestrische Anwendungen wie zum Beispiel Leuchtstoffröhren, die man anschließend kommerziell vermarktete.

Moderne Sonnenbrillen für Raumfahrer sehen unspektakulär aus, beinhalten jedoch hightech Technologien, die ihrem Anwendungsbereich geschuldet sind. Seit 2002 verwendet die NASA eine speziell für diesen extremen Ort konstruierte Sonnenbrille. Der Rahmen des Designer-Modells Titan Minimal Art der österreichischen Firma Silhouette, ist mit 1,8 Gramm sehr leicht und hat keine Schrauben oder Scharniere, die sich lösen könnten. In diesem Rahmen sind speziell dunkle Objektive verbaut, die in Zusammenarbeit mit dem „NASA-Optiker Keith Manuel“ entwickelt wurden.

Konstruktion von Sonnenbrillen

Linsen von Sonnenbrillen

Grundsätzlich können bei Sonnenbrillen die Farben der Linsen je nach Stil, Art und Zweck stark variieren. Im Allgemeinen verwenden Hersteller jedoch meist die Farben Rot, Grau, Grün oder Braun. Linsen in diesen Farben verhindern oder zu minimieren zumindest mögliche Farbverzerrunge, die sonst die Sicherheit im Straßenverkehr beeinträchtigen könnten.

Graue und grüne Linsen gelten als dabei als neutral, da sie reale Farben beibehalten. Braune Linsen erhöhen den Kontrast verursachen allerdings auch einige Farbverzerrungen. Türkisgläser eignen sich für mittlere bis starke Lichteinflüsse. Sie verbessern den Kontrast ohne jedoch keine signifikanten Farbverzerrungen zu verursachen. Gelbe Linsen eigenen sich ideal optimal zur Objektdefinition, erzeugen jedoch ein scharfes sichtbares Licht. Bernsteinfarbene Linsen lassen entfernte Objekte deutlicher erkennen, insbesondere bei schlechten Sichtverhältnissen, wie zum Beispiel bei Schnee oder Dunst. Diese Linsen findet man oft bei Skifahrern, Jägern, Bootsfahrern und Piloten. Blaue oder violette Gläser sind besonders bei Schützen beliebt, da sie den Kontrast orangefarbener Ziele vor grünem Laub oder Gras als Hintergrund erhöhen. Ergonomen empfehlen leicht getönte Brillen für Computernutzer und Display-Bediener aller Art, um den Kontrast zu erhöhen.

Einsatz von gefärbten Linsen zu Behandlungszwecken

Während einige blaue Sonnenbrillen bewusst für die Einwirkung von hellem Sonnenlicht nutzbar sind, blockieren andere es strikt. Insbesondere bei Patienten mit Makuladegeneration nutzt man diese Sonnenbrillen um Licht oder andere Farben, bei normalem Tageslicht, für den Patienten angenehm mildernd, abzuschwächen. Letztere Linsen erlauben den Zugang von ausreichend Licht zum Auge, so dass man normale Aktivitäten fortgesetzen kann, während aber gleichzeitig das Licht blockiert wird, das die Produktion des Hormons Melatonin verhindert. Selbst zur Behandlung von Schlafstörungen sind manchmal speziell gefärbte Gläser geeignet. Man trägt sie nach Einbruch der Dunkelheit in künstlichem Licht getragen, um einen normalen Schlafrhythmus wiederherzustellen und um verschobene Schlafphasen zu behandeln.

Anwendung verschiedener Linsenarten

Manche Modelle verfügen über polarisierte Gläser aus Kunststofffolien, die die Blendung zu reduzieren, die durch Reflektion unebener Oberflächen, wie zum Beispiel bei Wasser entsteht. Diese Linsen sind besonders hilfreich für Seeleute und Angler. Andere Linsen, wie zum Beispiel die „Enchroma“-Linsen, verfügen über einen speziellen Filter. Der sogenannte „Multi-Notch-Filter“ entfernt optisch die Wellenlängen des Lichts exakt an der Stelle, an der sich sich gegenseitig überlappen. Das ermöglicht eine vereinfachte optische Differenzierung von Farben.

Verspiegelte Beschichtungen

Sind Linsen mit einer verspiegelten Beschichtung versehen, wird ein Teil des Lichts ab, das auf die Linse trifft abelenkt, was bei sehr hellen Bedingungen vor Vorteil ist. Diese Beschichtung reflektiert jedoch nicht unbedingt auch UV-Strahlung. Hersteller nutzen Sonnenbrillen mit verspiegelten Beschichtungen in annährend beliebigen Farben für Styling- und Modezwecke. Die Farbe der verspiegelten Oberfläche ist dabei von der Farbe der Linse unabhängig. Zum Beispiel kann eine graue Linse eine blaue Verspiegelung haben während eine braune Linse über eine Silberbeschichtung verfügt. Die verspiegelte Fläche wird im Sonnenlicht nicht heiß und verhindert gleichzeitig die Streuung der Strahlen in der Linsenmasse.

Bestandteile von Sonnenbrillengläsern

Die Gläser von Sonnenbrillen bestehen entweder aus Glas, Kunststoff oder SR-91. Kunststofflinsen werden meist aus Acryl, Polycarbonat, aus dem Polymer CR-39 oder aus Polyurethan hergestellt. Glaslinsen haben einerseits die beste optische Klarheit und Kratzfestigkeit, sind aber andererseits auch schwerer als Kunststofflinsen. Sie sind außerdem leichter zerbrechlicher Kunststofflinsen. Linsen aus Polykarbonat sind am leichtesten und zudem nahezu bruchsicher. CR-39 ist aufgrund des geringen Gewichts, der hohen Kratzfestigkeit und der geringen Transparenz für ultraviolette und infrarote Strahlung die am häufigsten verwendete Kunststofflinse. Auch andere Materialien wie zum Beispiel SR-91 mit herausragenden und innovativen Eigenschaften für Sonnenbrillenlinsen existieren bereits, sind jedoch insgesamt weniger gebräuchlich.

Alle bereits beschriebenen Eigenschaften und Merkmale, wie etwa Farbe, Polarisation, Gradation, Spiegelung von Materialien, kann man in Sonnenbrillelinsen integrieren. Gradient-Brillen sind am oberen Rand der Linse, dunkler und am unteren Rand transparent. Korrekturgläser können entweder abgetönt sein, oder sich bei Lichteinwirkung verdunkeln, um als Sonnenbrille zu dienen. Alternativ kann man über der Sehkraftverstärkenden Brille beispielsweise eine übergroße Sonnenbrille tragen, die über die normale Brille passt. Auch der Gebrauch von Sekundärlinsen in Form einer Cliplinsen, die vor den Gläsern der eigentlichen Brille angebracht werden, ist möglich.

Gestelle und Rahmen von Sonnenbrillen

Die meisten Rahmen von Sonnenbrillen bestehen aus Kunststoff, Nylon, einem Metall oder einer Metalllegierung. Nylonrahmen werden normalerweise beim Sport verwendet, da sie leicht und flexibel sind. Sie sind bei Druckeinwirkung leicht biegbar und in ihre ursprüngliche Form zurück gebracht werden, anstatt zu zerbrechen. Diese Flexfunktion hilft auch dabei, dass die Brille, wärend sportlicher Aktivitäten, enger und stabiler am Gesicht des Trägers anliegt.

Metallrahmen sind hingegen starrer als Nylonrahmen und können daher beim Sport leichter beschädigt werden. Da Metallrahmen steifer sind, verfügen einige Modelle über gefederte Scharniere, um diese Eigenschaft wirksam auszugleichen. Zusätzlich können einige Bestandteile des Brillengestells, wie zum Beispiel der Nasensteg oder der Abschluss der Brillenbügel, einerseits strukturiert beziehungsweise gummiert sein, oder anderseits aus Kunststoff bestehen, um den Halt zu verbessern.

Die Enden der Brillenbügel können entweder gerade auslaufen oder gekrümmt sein um der Kopfform zu folgen und somit einen besseren Halt zu ermöglichen. Die Auswahl einer Variante hängt vom persönlichen Geschmack des Trägers sowie von der gewünschten Funktion der Sonnenbrille ab.

Sonnenbrillen sind so individuell wie ihre Träger selbst.

Sonnenbrillen sind so individuell wie ihre Träger selbst.

Alternative Materielien und Bauweisen von Sonnenbrillen

Inzwischen haben Hersteller auch begonnen, verschiedene Holzarten zu verwenden, um Sonnenbrillenfassungen herzustellen. Geeignet sind unter anderem Bambus, Ebenholz, Rosenholz, Birnbaumholz, Walnussholz und Zebrabaumholz, da sie ungiftig und nahezu allergikerfrei sind. Zur recht aufwändigen Konstruktion eines Holzrahmens nutzt man das Laserschneiden von Holzplanken. Man schneidet und schleift das Holz dabei zunächst zu. Vor dem Zusammenfügen der Einzelteile, nutzt man ein Schleifrad für den Feinschliff und um diese zusätzlich zu polieren. Die Laserausschnitte aus Holz werden dann meist Stück für Stück von Hand zusammengeklebt, um den Holzrahmen herzustellen.

Sonnenbrillengestelle aus Holz besitzen besondere gestalterische Qualitäten.

Sonnenbrillengestelle aus Holz besitzen besondere gestalterische Qualitäten.

Zum Teil nutzen Hersteller auch recyceltes Holz von Objekten wie Skateboards, Whiskyfässern und Baseballschlägern. Dies kann den fertigen Brillengestellen dann ein individuelles und ganz außergewöhnliches Erscheinungsbild geben. Das finale Aussehen der Sonnenbrille kann hier je nach Farbe, Typ und Ausführung variieren. Bei Holzsonnenbrillen nutzt man oft verschiedene Brauntöne, Beige, Burgunder oder Schwarz. Holzsonnenbrillen gibt es in verschiedensten Ausführungen und Formen. Sie sind jedoch meist teurer als herkömmliche Kunststoff-, Acetat- oder Metallrahmen und erfordern mehr Pflege.

Varianten von Brillenfassungen

Brillengläser kann man auf ganz verschiedene Weise in Brillenfassungen befestigen. Die drei wichtigsten Rahmenstile sind Voll- und Halbrandfassungen sowie randlose Brillenfassungen. Vollrandbrillen haben den Rahmen der die Linsenkomplett umschließt. Halbrandbrillen umfassen nur um die Hälfte der Linse, meist den oberen Teil der Brille. Randlose Brillenfassungen haben keinen Rahmen um die Brillengläser. Hierbei befestigt man die Ohrbügel direkt an den Brillengläsern. Bei randlosen Brillen unterscheidet man zusätzlich zweiverschiedene Typen. Zum einen die randlosen Brillen, bei denen ein Rahmenmaterial zwei separate Linsen in der Mitte verbindet, und zum anderen Brillen, deren einzige Linse mit Nasensteg und Ohrbügeln verbunden ist.

Sonnenbrillen mit austauschbaren Gläsern

Bei manchen sportoptimierten Sonnenbrillen kann man austauschbare Objektive verwenden. In dem Fall kann man zum Linsen mit unterschiedlichen Farben und Eigenschaften schnell und einfach ausgetauschen. So kann man bei Bedarf unkompliziert die Linsen austauschen, wenn es die geänderten Lichtbedingungen oder die sportlichen Aktivitäten erfordern. Mit dieser Methode bezahlt man nur einen weiteren Satz Linsen, anstatt einer kompletten zweiten Brille. Außerdem sind Ersatzlinsen handlicher und besser zu transportieren als eine weitere Brille. Auch wenn ein solcher Satz Linsen einmal beschädigt wird ist der Ersatz schneller und günstiger realisierbar als bei Modellen mit festverbauten Linsen. Meist haben Sonnenbrillen mit austauschbaren Gläsern nur eine Linse, da sie beim Austauschen dann besser zu handhaben sind.

Nasenstege und Stegplättchen

Nasenstege verbinden nicht nur die Brillengläser mit einander, sondern stellen auch die Verbindung zwischen Brillengestell und Gesicht dar. Ja nach Form, Material und Positionierung von Nasenstegen können sie erheblich zum Tragekomfort des Brillenträgers beitragen oder eben nicht. Im Idealfall verhindern sie Druckstellen, die durch das Gewicht der Sonnenbrille auf die Nase und Wangen verursacht werden können. Dies sollte man beim Brillenkauf unbedingt erproben und hinreichend ausprobieren, bevor man sich für ein Modell entscheidet.

Anprobieren geht über Studieren. Schöne Sonnenbrillen müssen auch bequem sein.

Anprobieren geht über Studieren. Schöne Sonnenbrillen müssen auch bequem sein.

Personen mit großen Nasen benötigen möglicherweise niedrige Nasenstege für ihre Sonnenbrille, während für Menschen mit kleinen Nasen eher Sonnenbrillen mit hohen Nasenstegen, geeignet sind. Auch die sogenannten Stegplättchen, die bei manchen Modellen zusätzlich an der Nase anliegen, um die Brille stabiler zu positionieren, können manchen Menschen beim Tragen unangenehm sein. Wer schon beim Anprobieren einer Brille mit Stegplättchen das Geühl hat, einen unangenehmen Druck auf der Nasenoberfläche zu verspüren, sollte lieber eine Sonnenbrille auswählen, bei der lediglich der Nasensteg vorhanden ist.

Sonnenbrillen in der Modewelt

Mode und Sonnenbrillentypen

Längst sind Sonnenbrillen weit mehr als nur die Augen schützende Nutzgegenstände. In der glamurösen und wandelvollen Welt der Mode spielen Sonnenbrillen breits seit Jahrzehnten eine tragende Rolle. Sie sind ideal geeignet um unterschiedlichste Botschaften zu vermitteln und werden in der Mode gezielt als stilvolle und absatzstarke Accessoires in Szene gesetzt. Es gibt verschiedene Typen von Sonnenbrillen, die man nach prägnanten gestalterischen Merkmalen einerseits, aber auch nach berühmten Trägern beziehungsweise Stilikonen oder nach beruflichen Vorbildern anderseits sowie nach relevanten Epochen unterscheidet und benennt. Die folgenden Sonnenbrillentypen schließen sich dabei nicht gegenseitig aus, sondern dienen lediglich einer groben Unterteilung in verschiedene Kategorien. Kombinationen oder Mischformen dieser Typen von Sonnenbrillen, oder ihrer Stile und Eigenschaften sind durchaus möglich.

Pilotensonnenbrille

Die sogenannten Aviator-Sonnenbrillen haben charakteristische, übergroße tropfenförmige Gläser und einen dünnen Metallrahmen. Sie verfügen oft über verspiegelte, farbige Gläser mit umlaufenden Brillengestellen.1936 erhielten US-amerikanische Militärflieger derartige Sonnenbrillen im Design von Bausch & Lomb. Bald darauf avancierten die Aviator-Sonnenbrillen, auf Grund ihrer populären Trägerschaft und deren heldenhaften Vorbilderfunktion, zu Accessoires mit Kultstatus.

In den 1940er Jahren gewann dieses Modell zusätzlich an Popularität, als Douglas MacArthur ein solche Paar im Pacific Theatre trug. Auch während der späten 1960er Jahre, in Zeiten der aufkommenden Hippiekultur bevorzugte man große, metallische Sonnenbrillen. Zur modischen Ikone der 70er Jahre erklärte man Pilotensonnenbrillen aber auch, weil Prominente wie Paul McCartney und Freddie Mercury sie in der Öffentlichkeit trugen. Die zugegeben eigenartige Verbindung von Fliegern mit der Discokultur führte schlißlich zu einem Rückgang ihrer Popularität bis 1980.

Insbesondere Sonnenbrillen mit dünnen Metellgestellen haben oft sogar zwei Nasenstege zur Verstärkung der Konstruktion. Es sieht allerdings auch einfach cool aus.

Insbesondere Sonnenbrillen mit dünnen Metellgestellen haben oft sogar zwei Nasenstege zur Verstärkung der Konstruktion. Es sieht allerdings auch einfach cool aus.

In den 1980er und 1990er Jahren flaute die Begeisterung für Pilotensonnenbrillen in der Öffentlichkeit merklich ab. Lediglich speziell lancierte Produktplatzierungsverträge, in Filmproduktionen wie zum Beispiel „Top Gun“ verhalfen der Fliegerbrille erneut zu kurzfristiger Beliebtheit. Einzig um 2000, als die Hippiebewegung eine kurze Wiederbelebungsphase erfuhr, und in der MTV-Show „Jackass“ beliebt war, erlebten Aviator-Sonnenbrillen ein bemerkenswertes Comeback.

Browline-Sonnenbrillen

Dieses Brillendesign basiert auf dem gleichnamigen englischen Begriff, der ausschlaggebend für Formgebung dieser Modelle ist. Sonnenbrillen mit Browline-Gläsern besitzen Brillengestelle, die an Augenbrauen erinnern. Diese Brillenfassungen haben meist Hartplastik- oder Hornanteile auf Höhe der Augenbrauen, die mit einem darunter befindlichen Drahtrahmen verbunden sind.  Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts etablierte sich dieser traditionelle und konservativer anmutende Stil bei konventionen Korrekturbrillen. In den 1980er Jahren griff man dieses Design dann erneut bei Sonnenbrillen auf und entwickelte von dort an stetig weiter. In den darauf folgenden Jahrzehnten gewannen Sonnenrillen im Browline-Design an weiterer Beliebtheit.

Augenschutz mit Stil im Sinne der Browline-Sonnenbrille.

Augenschutz mit Stil im Sinne der Browline-Sonnenbrille.

Sonnenbrille in Übergröße

Aus rein praktischen Gründen bieten übergroße Sonnenbrillen grundsätzlich mehr Schutz vor Sonnenbrand, da sie mehr  Hautbereiche bedecken, als andere Sonnenbrillenmodelle. Aufgrund ihrer großen Rahmen und Gläser sind Sonnenbrillen in Übergröße, aus modischen Erwägungen vor allem für Personen nützlich, die die scheinbare oder tatsäche Größe ihrer Nase kaschieren möchten.

Übergroße Sonnebrillen können manches Gesicht sehr zierlich wirken lassen.

Übergroße Sonnebrillen können manches Gesicht sehr zierlich wirken lassen.

Einige Prominente die Sonnenbrillen in Übergröße getragen haben prägten den damit verbundenen Stil so sehr, dass man ähnliche Sonnenbrillenmodelle sogar nach Ihnen benannte. Sogenannte Onassis-Brillen oder „Jackie O’s“ sind Sonnenbrillen, die die Art nachahmen, in der Jacqueline Kennedy Onassis in den 1960er Jahren übergroße Sonnenbrillen getragen hat. Der Besitz einer Sonnenbrille à la Jackie O galt zu derzeit als erstebenswertes Statussymbol für viele Frauen. Auch der bekannte Sänger Elton John trug Mitte der 70er Jahre bisweilen effektvolle, übergroße Sonnenbrillen auf der Bühne.

Auch in den 1980er Jahren galten übergroße Sonnenbrillen noch als modern. Heute nutzt man übergroße Sonnenbrillen eher humorvolle Zwecke. Seit dem Ende der 2000er Jahre sind mittelgroße Sonnenbrillen zu einem signifikanten Modetrend geworden.  Außerdem gibt es Modelle die in den Dimensionen so sehr überzogen sind, dass sie einer Karrikatur von Übergroßen Sonnenbrillen gleich kommen. Teilweise Untertassengroße Gläser in Brillengestellen, die weit über die gesichtsbreite ihrer Träger hinausragen werden oft nur noch als Scherz getragen. Diese Sonnenbrillen, die man ausschließlich zum Spaß oder auf Mottoparties trägt, sind meist günstige Wegwerfware mit bunten Gestellen und auffälligen Gläsern.

Sonnenbrillen mit Gitter-Optik: Shutter Shades

Auf die Erfindung der sogenannten „Shutter Shades“ in den späten 1940er Jahren folgte deren Aufstieg zur Modeerscheinung Anfang der 1980er Jahre, sowie ihre erneute Popularität in der Mitte der 2010er Jahre. „Shutter Shades“ haben anstelle von getönten Gläsern, die bei anderen Sonnenbrillen die Sonneneinstrahlung verringern, einen Satz paralleler, horizontaler Stege. Ähnlich wie bei den Brillen, die schon die Inuit vor langer Zeit verwendeten, wird bei „Shutter Shades“ kein Licht gefiltert, sondern schlicht die Menge an Sonnenstrahlen verringert, die durch die gitterartigen Streben der Sonnenbrille in die Augen des Trägers fallen. Um zusätzlich auch UV-Schutz zu bieten, haben manche dieser Brillen zuätzlich auch noch Linsen, die hinter den Streben der gestelle verbaut sind. Ist dies nicht der Fall, besteht allerdings nur ein sehr unzureichender Schutz vor ultravioletter Strahlung und vor blauem Licht für die Träger dieser auffälligen Sonnenbrillen.

Die Party-Variante der Shutter-Shades ist eher als Scherz und weniger als funktionale Sonnenbrille zu verstehen.

Die Party-Variante der Shutter-Shades ist eher als Scherz und weniger als funktionale Sonnenbrille zu verstehen.

Sonnenbrille mit runden Gläsern: Teashades

Als „Teashades“ bezeichnet man Sonnenbrillen mit in dünnen Drahtgestellen gefasten runden Gläsern. Diese charkteristischen Sonnnenbrillen werden, auf grund Ihrer typischen Träger und Formgebung,  insbesondere im englischsprachigen Raum auch „John Lennon Brille“, „Round Metal“ oder gelegentlich „Granny Glasses“ genannt. Sonnenbrillen dieser Art trug man primär aus ästhetischen Gründen mit großer Beliebtheit in den 1960er Jahren.

Teashade-Sonnenbrillen sind eine absolut runde Sache.

Teashade-Sonnenbrillen sind eine absolut runde Sache.

Berühmte Pop-Ikonen wie Mick Jagger, Roger Daltrey, John Lennon, Jerry García, Boy George, Liam Gallagher, Suggs und Ozzy Osbourne trugen teilweise Jahrzente lang „Teashades“, was eine starke Vorbildfunktion für zahlreiche Fans zur Folge hatte. Auch die populären Film-Figuren, die Jon Cryer in Pretty in Pink beziehungsweise Jodie Foster in Taxi Driver verkörperten, trugen Teashades.

Das klassische Teashade-Design von Sonnenbrillen umfasste meist mittelgroße, perfekt runde Gläser, die von einem dünnen Drahtgestell umschlossen waren. Mit zunehmender Popularität der „Teashades“ in den späten 1960er Jahren erhielten die Glas-Linsen oft aufwendige, meist sehr dunkle Färbungen, markante Verspiegelungen oder deutlich größerer Dimensionen, wobei auch die Drahtkonstruktionen an verstiedenen Stellen übertrieben groß ausfielen.

Große, dunkle runde Gläser können beeindruckend aussehen.

Große, dunkle runde Gläser können beeindruckend aussehen.

Moderne Teashade-Varianten haben, tendenziell eher Kunststofflinsen und variationsreichere Brillengestelle, sind allerdings deutlich weniger gebräuchlich als noch vor Jahrzehnten. Mittlerweile ist auch die Bezeichnung „Teashades“ für die schlichten Sonnenbrillen mit den runden, dunklen Gläsern und dem schmalen Drahtrahmen weniger verbreitet, da er auch als Synonym für Träger verwendet wurde, die mit diesen Brillen ihren Drogenkonsum verschleiern versuchten. Dennoch findet man auch heute noch immer wieder Fans diese Sonnenbrille tragen und lieben.

Sonnenbrille mit unverwechselbarer Formsprache: Wayfarer

Ursprünglich inspiririert durch die formale Gestaltung der Browline-Sonnenbrille erfolgte später auch die Gestaltung der sogenannten Wayfarer-Sonnenbrille. Diese Sonnenbrillen sind meist mit relativ breiten, geschwungenen Kunststoffgestellen und -bügeln und ihren annährend trapezförmigen Brillengläsern versehen und wirken auf den Betrachter sowohl klassisch-elegant als auch lebensbejahend.

Mit der Ray-Ban Wayfarer entstand 1952 ein besonders berühmter Sonnenbrillenentwurf der Firma Ray-Ban. Dieser wahre Klassiker unter den Sonnenbrillen erfreute sich auch großer Beliebtheit bei bei vielen bekannten Musikern und Schauspielern. Größen der Popkultur, wie zum Beispiel James Dean, Roy Orbison, Elvis Presley, Bob Marley und die Beatles machten Wayfarer-Sonnenbrillen bekannt und beliebt bei Millionen von Anhängern.

Wayfarer-Sonnenbrillen haben einen unverwechselbare Formsprache.

Wayfarer-Sonnenbrillen haben einen unverwechselbare Formsprache.

Evolution der Wayfarer-Sonnenbrillen

Eng verbunden mit dem Zeitgeist der 1950er sowie 1960er Jahren waren Wayfarer-Sonnenbrillen damals schon sehr beliebt. Auch den Aufstieg der New-Wave-Musik, in den späten 1970er Jahren begleitete diese Sonnenbrille konsequent. Die einst formal eher schlichten Sonnenbrillen, mit ihren charakteristischen silverfarbenen ellipsenartigen Applikationen, an der Vorderseite der schwarzen Brillengestelle aus Kunststoff prägten eine unverkennbare Formsprache für Sonnenbrillen dieses Typs.

Auch Varianten der klassischen Wayfarer-Sonnenbrillen sind sehr beliebt.

Auch Varianten der klassischen Wayfarer-Sonnenbrillen sind sehr beliebt.

Später behielt man zwar die Formgebung der beliebten Wayfarer-Modelle weitgehend bei, ergänzte allerdings Form- und Materialauswahl der Brillengestelle allerdings um zahlreiche Variationen. Nichts scheint diesbezüglich mehr undenkbar zu sein. Bunte, semitransparente und gemusterte Sonnenbrillengestellen sind ebenso erhältlich wie Modelle die mit Denim-Textur verkleidet oder aus Bambus gefertigt sind. Auch Mischformen mit anderen Typen von Sonnenbrillen sind mit Wayfarer-Brillen zustande gekommen. So entstand 1982 das sogenannte „Clubmaster-Modell“, das den schon vorher beliebten Browlinestil mit den typische Attributen der Wayfarer-Sonnenbrille verband.

Auch auffällige, beinah schrille Wayfarer-Modelle kann man kaufen.

Auch auffällige, beinah schrille Wayfarer-Modelle kann man kaufen.

Um 1982 verhalf außerdem die geschickte Produktplatzierung in vielen Filmen und Fernsehsendungen den Wayfarer-Sonnenbrillen zu großer Popularität. So avancierten Wayfarer-Sonnenbrillen zum meistverkauften Modell zwischen 1980 und 1999. Weitere Einflüsse wie etwa die 80er-Nostalgie, die auskommende Hipster-Bewegung und die beliebte Fernsehserie Mad Men verhalfen Wayfarer-Sonnenbrillen zu einem erneuten Aufschwung in der 2000er Jahren. Mit der Neugestaltung der Sonnenbrille „New Wayfarer“ gelang es phasenweise sogar die allzeit beliebten Aviator-Brillen zu übertreffen.

Gekrümmt und cool: Wrap-around-Sonnenbrillen

Sogenannte „Wrap-arounds“ sind Sonnenbrillen, deren stark gekrümmte Silhouette des Brillengestells, oft annährend stromlinienförmig der Kopfform des Brillenträgers folgt. Diese Brillen liegen meist dicht am Gesicht an und schützen die Augen oft gut vor starker Sonneneinstrahlung und unkalkulierbarem Streulicht, sowie vor Luftzug. Die Brillengestelle von Wrap-arounds bestehen meist aus stark gebogenem Kuststoff und klemmen aufgrund der Formgebung der Bügel meist minimal an der Seite des Kopfes. Im Gegensatz zu anderen Sonnenbrillen die meist einfach locker auf der Verbindung von Kopf und Ohr liegen, haben Wrap-arounds also einen besonders guten Halt. Das macht sie besonders geeignet für verschiedene Arten von Outdoorsport. 

Sonnenbrillen, die der Gesichtskontur folgen eigenen sich ideal für Outdooraktivitäten.

Sonnenbrillen, die der Gesichtskontur folgen eigenen sich ideal für Outdooraktivitäten.

Aber auch effektvolle meist spektakulär verspiegelte Varianten, deren einzelne, große Sonnenebrillenlinse dann in einer Art Halbkreis um den Kopf herum verläuft, sind erhältlich. Derartige Modelle bedecken große Teile des Gesichtsfeldes, beinah wie bei einer Schutzbrille, die man aus manchen Berufen in der Arbeitswelt kennt. Sie sind allerdings nicht primär zum Schutz vor gefährlichen spritzenden Einflüssen gedacht, sondern sollen vielmehr einfach futuristisch und cool aussehen. Fließende Formen von Brillengestellen und Brillengläsern sind für diese Variante der Wrap-around-Sonnenbrillen typisch. Dabei stehen sowohl Sonnenbrillen mit einer oder aber auch mit zwei Linsen zur Auswahl.

Manche Wrap-around-Sonnenbrillen sehen ausgesprochen futuristisch aus.

Manche Wrap-around-Sonnenbrillen sehen ausgesprochen futuristisch aus.

Inspiriert von den Aviator-Brillen die von Prominenten wie einerseits Yoko Ono oder andererseits Clint Eastwood in den 1960er Jahren trugen, entstanden erste Wrap-around-Modelle. Auch die in den 1980er Jahren populären Wayfarer-Sonnenbrillen, dienten bei der Gestalltung von Wrap-around-Sonnenbrillen als Inspirationsquelle. die jedoch an einen futuristischeren Look angepasst wurde. In den 1990er Jahren war der futuristischere Look der Wrap-around-Sonnenbrillen besonders beliebt, so dass dieses Modell ein Verkaufsschlager war.